Anspruch und Wirklichkeit der Krankenhausbehandlung im 19. Jh.

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[Überarbeitete und aktualisierte Version der Veröffentlichung in: Medizin, Gesellschaft und Geschichte. Jahrbuch des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert-Bosch-Stiftung, 19 (2000), S. 143-151]

Das Krankenhaus ist heute zweifellos ein Zentrum der medizinischen Versorgung. Die Ausgaben für Gesundheit in unserer Volkswirtschaft machen fast 11% des Bruttoinlandsprodukts aus (rd. 245 Mrd. €, Stand 2006). Davon werden mit 58 Mrd. € rd. ein Viertel für stationäre Behandlung aufgewendet. Die Zahl der Krankenhäuser und der Krankenhausbetten hat sich zwar während der letzten Jahrzehnte verringert, dagegen steigt die Zahl der behandelten Patienten bei sinkender Verweildauer kontinuierlich weiter an. Das hat viele Gründe, darunter auch demographische (Stichwort: Veränderung der Altersstruktur der Bevölkerung, Zunahme des Anteils älterer und somit multimorbider Menschen). Doch drückt sich in dieser Zunahme der Beanspruchung des Krankenhauses nicht zuletzt auch dessen ständig gewachsenes Leistungsvermögen aus. Zwar wird von vielen Seiten Kritik am Krankenhaus geäußert, besonders an der wachsenden Größe der Anstalten, an der Unpersönlichkeit der Pflege (Stichwort: Gesundheitsfabrik), an dem Übermaß eingesetzter Technologie (Stichwort: Apparatemedizin). Aber das Heilvermögen (Stichwort: Hochleistungsmedizin) wird nur selten, und dann bei ganz bestimmten Leiden infrage gestellt. Insofern scheinen Heilungsversprechen und Heilvermögen des Krankenhauses seit dem Ende des 20. Jahrhunderts weitgehend zur Deckung gekommen zu sein. Dahin war es jedoch ein langer Weg, der im Übrigen gekennzeichnet ist durch längere, wechselnde Phasen, in denen die jeweiligen zeitgenössischen Ansprüche an die Krankenhausbehandlung und deren Wirklichkeit stärker oder auch schwächer übereinstimmten. Mehr von diesem Beitrag lesen